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Wir wollen glücklich sein

Ethik – glücklich

Bei der Ethik geht es um ganz alltägliche Sachen. Wo auch immer ein Studierender  gerade für seine Klausur nächste Woche lernt, wird er*sie sich in einer Weise ethisch verhalten. Vielleicht sitzt der Studierende bei der Familie oder in einer Wohngemeinschaft. In so einem Fall muss man  sich mit der Lautstärke der anderen und seiner eigenen Lautstärke auseinandersetzen. Es stellen sich die Fragen: Wer darf wann wie laut sein? Wer darf wie viel Raum einnehmen? Wer nimmt mehr Raum ein (immer)? Wer ist (immer) die Person, die sich zurückzieht und sagt: „In Ordnung, dann darfst du mehr Raum haben, lauter sein als ich?“  Wenn Menschen merken, dass sie nicht den Raum in ihrer Wohngemeinschaft oder in ihrer Familie  bekommen,  führt das manche Menschen an ihre existenziellen Grenzen. Diese ganze Situation  stellt schon ein ethisches Problem dar. Wenn man in der Ausgangssituation der Wohngemeinschaft oder Familie bleibt, kommt auch häufig die Sauberkeit zur Sprache. Wer ist wie sauber und ordentlich, ist auch ein ethisches Thema. Auch viele Partnerschaften gehen an diesem Problem zu Bruch. 

Wenn man das häusliche Umfeld verlässt und mit dem ÖPNV zur Uni, Arbeitsstelle o.ä. fährt, stellen sich auch einige Fragen: Wie sieht es mit dem Schwarzfahren aus? Handelt es sich dabei um eine ethische oder rechtliche Frage? Wie sieht es überhaupt mit dem ÖPNV aus? Es ist interessant, dass es bei uns in Deutschland einen öffentlichen Personennahverkehr gibt. Nicht alle Gesellschaften organisieren ihren  Verkehr so, dass die Bürger*innen, die wenig Geld haben, gut reisen können. Es stellt sich also auch hier heraus, dass es sich nicht um eine rein verwaltungstechnische Frage handelt, die ethisch gesehen gar nicht von Bedeutung ist, wenn es darum geht, dass eine Gesellschaft ihren Bürger*innen einen öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung stellt. Es ist auch eine umweltethische Frage, wie wir den Verkehr organisieren. Auch in der Bahn wird man sich des Öfteren mit der Lautstärke der Mitreisenden auseinandersetzen. Dann gibt es extra Ruhewagen und eine Handyverbotszone und trotzdem telefoniert irgendeine*r.  

Dass auch Einkaufen eine ethische Entscheidung ist, merken wir seit 10-15 Jahren. Dort fängt es an, dass sich gesamtgesellschaftlich mit umweltethischen und konsumethischen Fragen beschäftigt wird und seitdem ist dieses zu einem großen Thema geworden. Es stellen sich die Fragen: Bio oder nicht Bio? Teuer oder nicht teuer? Fleisch oder nicht Fleisch? Vegan oder nicht vegan? Sind das ethische  oder biologische Fragen? Wo hört die Biologie auf, wenn es um Bio als Marke oder Kategorie geht, und wo fängt die Ethik an? Wie greifen Natur und  Kultur ineinander? Ist Bio einfach gesünder und deshalb rational gesehen die bessere Lösung oder geht es bei dieser Kaufentscheidung auch darum andere zu schützen, die Umwelt zu schützen. Weitere interessante ethische Fragen sind: Wie kommt es, dass  in Deutschland im Supermarkt so viel angeboten wird? Braucht man wirklich so eine riesige Auswahl? Wie kommt es, dass manche Gesellschaften viel haben andere wenig? Ist das eine reine Verteilungsfrage? Ist das eine Machtfrage? Handelt es sich um eine Kreativitätsfrage? Lässt sich sagen: Die einen haben ihre Wirtschaft gut organisiert, die anderen nicht?  Im Supermarkt kann man sehr schön erkennen, was für mich gutes Leben bedeutet und was im Vergleich dazu für andere, indem man einfach mal die Inhalte der verschiedenen Einkaufswagen vergleicht. 

Gutes Leben kann als die Grundkategorie der Ethik angesehen werden. Wir wollen gut leben. Wir wollen glücklich sein.  Wir wollen sehen, ob andere dabei dann auch glücklich sein können. 

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Herzliche Grüße von Viridis Verde 2023